In Deutschland gibt es jedes Jahr schätzungsweise 330 000 neue Fälle von Demenz.
In Deutschland gibt es jedes Jahr schätzungsweise 330 000 neue Fälle von Demenz.

Eine Demenzerkrankung kann sich auf sehr unterschiedliche Weise äußern. Wenn ein Angehöriger anfängt, sich ungewöhnlich zu verhalten, sollte man versuchen, so schnell wie möglich herauszufinden, was dahinter steckt.

Die Angehörige verdrängen oft die ersten Anzeichen von Demenz

Keiner von uns Angehörigen wollte verstehen, was da eigentlich vor sich ging. Du versuchst ständig dir selbst zu erklären, was da los sein könnte. Papa war ja generell etwas zerstreut und hatte ein schlechtes Gedächtnis, so dass er ab und zu mal die Einkaufstaschen im Laden vergessen könnte usw. Schließlich begann sich die Krankheit in Form von Verkehrsunfällen bemerkbar zu machen. Zum Beispiel fuhr Papa gegen einen Verkehrsteiler und es war plötzlich schwierig für ihn, die Spur zu wechseln.

Geld- und Bankgeschäfte nicht mehr selber erledigen können

„Mein Vater war immer sehr zuverlässig und ein guter Hauswirtschafter. Er hatte sich um den gesamten Papierkram und die Einkäufe der Familie gekümmert. Als meine Mutter im Krankenhaus lag, kam eine Mahnung nach Hause, um unbezahlte Steuern einzufordern. Ich ging Vaters Akten durch und stellte fest, dass in den Papieren ein Chaos herrschte und andere Dinge nicht erledigt worden waren. Da habe ich gemerkt, dass etwas nicht stimmt.“

Unbekannte Umgebung verwirrt demenzkranken Menschen

„Mein Vater hatte ein Jahr lang Symptome, und wir Dummköpfe haben nicht gehandelt, als er eine Behandlung strikt ablehnte. Dann, im Urlaub, ging alles drunter und drüber und plötzlich erkannte er die Menschen, die ihm nahestanden, nicht mehr. Jetzt kann er nicht mehr richtig lesen und sein Wortschatz hat sich deutlich verringert. Die Alzheimer-Diagnose steht am Anfang. Jetzt hoffen wir nur, dass er trotzdem noch mit der Medikation starten kann.“

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Viele Demenzkranke können ihre Defizite am Anfang überspielen

„Mein Mann erkannte die ersten Symptome vor mir. Vielleicht habe ich aber auch nur versucht, meine Symptome nicht zu bemerken. Er bemerkte, dass sich mein Charakter von nett zu weniger nett verändert hatte. Ich habe die letzten Gespräche schlichtweg vergessen. Ich habe das Essen anbrennen lassen. Ich ertappte mich dabei, dass ich mich bei der Arbeit verirrte und in meiner Station anrufen musste, weil ich nicht mehr wusste, warum ich überhaupt losgegangen war. Ich hatte Probleme, die Rechnungen zu bezahlen, und erkannte das Haustier der Familie nicht.“

Vergessen der eigenen Telefonnummer und plötzliche Gedächtnisstörungen

„Meine Symptome begannen mit dem Vergessen von Dingen. Ich habe meine Telefonnummer oder arbeitsbezogene Sachen vergessen. Aber das Schlimmste war die Verwechslung. Ich hielt an, um das Auto aufzutanken, aber nach dem Stopp wusste ich nicht, ob ich zur Arbeit oder nach Hause fahren wollte. Ich konnte mich nicht erinnern, an welcher Universität studierte mein Sohn. Beim Einkaufen vergaß ich plötzlich, wo ich war und wie ich dorthin gekommen war.“

Die Uhrzeit geht verloren

„Meine Mutter hat lange Zeit vorgetäuscht, dass gesund ist. Zum Beispiel erkannte sie die Uhr nicht mehr, hielt aber eine lange Zeit eine Liste von Zeiten geheim, aus der sie stets auscheckte. Dann verlor sie zweimal hintereinander ihre Brieftasche. Als ich sie danach fragte, konnte sie sich nicht daran erinnern, wie es dazu gekommen war.“

Gleichgültiges Verhalten kann ein Anzeichen einer Demenzerkrankung sein

„Meine Mutter wurde zum Beispiel gleichgültig, als wir unsere Hochzeit planten. Als meine Schwester ein paar Jahre vor mir heiratete, hat meine Mutter alles geplant. Als ich ankündigte, dass ich heiraten würde, interessierte sie sich für nichts, was mit der Hochzeit zu tun hatte.“

Wahnvorstellungen als Anzeichen einer Demenzerkrankung

„Mein Vater leidet seit einiger Zeit an Wahnvorstellungen. Er glaubt, ein Gespräch mitgehört zu haben, in dem mein Mann ihm sein ganzes Geld wegnehmen will. Mein Vater führt auch Gespräche in seinem Zimmer, die sich anhören, als würde er mit jemandem sprechen. Auf Nachfrage sagt er, er spreche mit meinem Mann, zeigt auf den Heizkörper und erklärt dann, dass er lacht und ihn rauswerfen will.“

Bewegungsdrang bei Demenz

„Meine 80-jährige Mutter kann nicht länger als ein paar Minuten stillsitzen. Als sie aufwacht, beginnt sie, auf den Fluren des Pflegeheims hin und her zu laufen. Sie hört nicht auf, bis sie am Ende ihrer Kräfte ist. Nach ein paar Stunden Schlaf macht sie wieder weiter.“

Demenzkranke wirkt auf einmal abwesend

„Mein Vater fing an, Geld und Zahlen zu verwechseln. Während des Gesprächs erschien ein leerer Ausdruck auf seinem Gesicht und er konnte nicht verstehen, was gesagt wurde. Er konnte oft nicht den richtigen Namen für Dinge finden und gab ihnen seltsame Namen.“

Demenzkranke benutzt plötzlich Schimpfwörter

„Mein Vater, den ich noch nie schimpfen gehört habe, flucht aufgrund seiner Krankheit ständig. Er benutzt Kraftausdrücke in ganz normalen, alltäglichen Situationen. Gestern saßen wir im Wohnzimmer und unterhielten uns in aller Ruhe über den Tag, während im Fernsehen Fußball lief. Mitten im Gespräch sagte mein Vater: „Wir müssen verdammte Arschlöcher sein, wenn wir hier sitzen, während der Fernseher läuft und niemand zuschaut.““

Sexuelle Enthemmung bei Demenz

„Mein Mann ist 92 Jahre alt. Er hat angefangen, alle Frauen auf der Straße zu belästigen. Von Ärzten bis zu Krankenschwestern, von meinen Freundinnen bis zu den Frauen, die wir auf der Straße treffen. In der Regel greift er direkt auf die Brüste oder den Intimbereich von Frauen zu.“

Wo finde ich Unterstützung, wenn mein Angehöriger an Demenz erkrankt ist?

Wenn eine demenzkranke Person zu Hause gepflegt wird, sind Unterstützung und Informationen von entscheidender Bedeutung, um der Pflegeperson bei der Bewältigung des Alltags zu helfen. Pflegende Angehörige von Demenzkranken laufen Gefahr, mit den täglichen Herausforderungen allein gelassen zu werden, insbesondere wenn sie nicht über ein angemessenes Unterstützungsnetz verfügen.

Zum Glück ist es heute möglich, umfassende Unterstützung und fachkundige Hilfe auch von zu Hause aus zu erhalten. Websites wie Curendo.de sind von unschätzbarem Wert. Eine Person, die einen demenzkranken Angehörigen zu Hause pflegt, ist oft sehr stark an die häusliche Umgebung gebunden, da sie ihren Angehörigen vielleicht nicht mal für einen kurzen Moment unbeaufsichtigt lassen kann. Curendo.de ist immer zur Stelle und bereit zu helfen. Alle Beratungsdienste, Hilfsmittelverordnungen und Kurse zur Pflege sind über Curendo.de für Krankenversicherte kostenlos. Die einzige Voraussetzung ist, dass die betreute Person einen Pflegegrad hat. Außerdem bietet Curendo.de auch eine Pflegeberatung zur Beantragung eines Pflegegrades bei der Krankenkasse an.

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Quelltext: Curendo.de